Stadtführung Köln – wir leben Köln!

Virtueller Stadtrundgang Römisches Köln

Die Römer herrschten 500 Jahre am Rhein.  Das römische Köln existierte von 19. v. Chr. bis zum 476 n. Chr. Bereits 50 n. Chr. wurde Köln zur römischen Kolonie erhoben und hieß fortan Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA). Viele Spuren der Römer sind in Köln heute noch sichtbar. Der virtuelle Stadtrundgang präsentiert unterirdische und oberirdische Steinzeugen der Römer.

Stadtplan zum römischen Köln mit Erklärungen

Du kannst die Karte zuhause studieren oder Du läufst die einzelnen Stationen mit Deinem Handy ab. Wenn Du weiterscrollst findest Du eine kleine Bedienungsanleitung für den virtuellen Stadtrundgang.

Bevor Du anfängst, für tiefere Einblicke in die Römerzeit Kölns gibt es weiter unten einen geschichtlichen Überblick. Oder schau Dir die Dokumentation an, bevor Du Dich auf Spurensuche begibst!

Kurze Bedienungsanleitung:

Wenn Du unterwegs bist, kannst Du mit Deinem Handy die Route zur nächsten von Dir ausgewählten Sehenswürdigkeit (Pin / Markierung) anzeigen lassen.

Durch das Anklicken der farblichen Kartenteile und/oder blauen Pins auf der Karte erhält man die Erklärungen über den historischen Ort oder die Sehenswürdigkeit.

Die Reihenfolge bzw. der Ablauf der einzelnen Stationen bestimmst Du selbst. Du kannst Dir eigene Routen erstellen.

1. Schritt:  Klicke auf die Karte weiter oben, anschließend wirs Du zu Google Maps weitergeleitet. 

2. Schritt: Blaue Pins sind die Stationen und enthalten Infos.

3. Schritt: Alle farbliche Markierungen (rot, orange, blau, grün) auf der Karte enthalten Erklärungen. Klicke sie an.

4. Schritt: Für eine Übersicht der klicke auf "Kartenlegende".

5. Schritt: Erstelle Dir Deine eigene Route mit einem Klick auf "ROUTE".

Für tiefere Einblicke in die Römerzeit Kölns gibt es weiter unten einen Überblick mit den wichtigsten historischen Daten.

Die Karte wird nach und nach erweitert, es lohnen sich daher mehrere Köln Besuche, um auf den Spuren der Römer zu wandeln. 

Wichtige Daten zum römischen Köln

53. v. Chr. Cäsar am Rhein

Die Gründung des späteren Kölns ist historisch eingebettet in die Zeit der gallischen Kriege unter Gaius Julius Cäsar.

Im Jahre 58 v. Chr. nutzte Cäsar einen Kriegszug des Keltenstammes der Helvetier aus, um in die innenpolitischen Verhältnisse Galliens einzugreifen. Innerhalb weniger Jahre gelang es ihm so, ganz Gallien zu unterwerfen.

Bereits im Jahre 57 v. Chr. hatten sich außer den Belgiern auch die Eburonen, ein Stamm keltisch-germanischen Ursprungs, der zwischen Nordeifel, Maas und Rhein lebte, den Römern unterworfen. Gallien schien erobert. Dennoch beteiligten sich die Eburonen im Jahr 54 v. Chr. an einem Aufstand mehrerer germanischer Stämme gegen die Römer. Unter der Leitung ihres Anführers Ambiorix gelang es ihnen 15 römische Kohorten (ca. 15.000 Mann) zu vernichten.

Cäsars berühmte Brücke zur ersten Rheinüberquerung überhaupt

Cäsar am Rhein bei Köln. Brückenbau der Römer

 

Im Rahmen einer Strafaktion Cäsars wurden die Eburonen vollends vernichtet. Der Rhein galt von nun an als natürliche Begrenzung des römischen Imperiums im Norden.Als Kundschafter für Cäsar diente der germanische Stamm der Ubier, die später das römische Köln besiedeln sollten.

So kam Cäsar zum ersten Mal mit den Germanen in Berrührung. Cäsar selbst gab den Germanen ihren Namen aufgrund ihrer Sprachzugehörigkeit. Er beschreibt in seinem Werk "Der gallische Krieg" die Kampfeslust der Germanen.

19. v. Chr. – Die Anfänge Kölns

Agrippa war der Schwiegersohn des großen Kaisers Augustus und Oberbefehlshaber im germanischen Gebiet. Im Jahre 19. n. Chr. siedelte er die rechtsrheinischen Ubier um. Er ließ sie dort ansiedeln, wo heute Köln steht. Die Ubier lebten fortan zusammen mit dem römischen Militär in der "Oppidum Ubiorum" (Siedlung der Ubier). Ziel war es, die Rheingrenze vor den Germanen zu sichern.

Das römische Reich nach 9. nach Christus

Übersichtskarte Römisches Reich Imperium Romana

 

Augustus war der Neffe Cäsars und hatte nach seinem Tod die Regierungsgeschäfte Roms übernommen. Er war der größte aller römischer Kaiser. In seiner Zeit verdoppelte Augustus die Anzahl der römischen Provinzen. Er war umtriebig und ehrgeizig.

Nach der Eroberung Galliens dürstete es den Römern nach weiteren Ländern und Eroberungen. So plante man den Rhein zu übertreten, um die neue Provinz Germanien bis hin zur Elbe zu errichten. Doch die Römer hatten die Rechnung ohne die Germanen gemacht, die nicht so leicht zu besiegen waren, wie man zu Anfang glaubte.

Das römische Köln ab 50 n. Chr.

Karte und Stadtplan zum römischen Köln

 

15. n. Chr. Agrippina die Jüngere wird in Köln geboren

Agrippina, Mutter von Kaiser Nero, Schwester von Caligula, Tochter des Germanicus und Urenkelin Augustus, wird im Vorgängerbau des römischen Statthalterpalastes in Köln geboren.

Dort steht heute das historische Rathaus. Es ist schon eine kleine Sensation und Agrippina damit ein echtes kölsches Mädchen.

Agrippina wird später Kaiserin von Rom. Sie bittet im Alter von 35 Jahren ihren Ehemann und Onkel, Kaiser Claudius, ihre Geburtsstadt in Germanien zu einer römischen Kolonie zu erheben.

So erhielt Köln die römischen Stadtrechte und war von da an eine angesehene römische Stadt mit allen erdenklichen Rechten. Fortan sprach man nicht mehr von Oppidum Ubiorum, sonder Colonia Claudia Ara Agrippinensium. Übersetzt nichts anderes als "eine Kolonie, eingerichtet unter Kaiser Claudius am Altar der Agrippinenser".

Zu Ehren der Agrippina nannten sich die Bewohner des römischen Kölns fortan "die Agrippinenser".

 

Kölns Stadtgründer am historischen Rathausturm Köln

Kölns Stadtgründer Agrippa Augustus Agrippina



50 n. Chr. Kölns Erhebung zur Kolonie - CCAA

Die Erhebung zur Kolonie gab wesentliche Impulse zur weiteren Entwicklung Kölns in den folgenden Jahrhunderten. Kölns Blütezeit beginnt und dauert bis ca. 250 n. Chr. an. Höchstwahrscheinlich liegt der Baubeginn der römischen Stadtmauer in diesem Zeitraum. Die Ubiersiedlung wurde vorher von einer Holzmauer mit davor liegendem Erdwall geschützt.

85 n. Chr. Köln wird Hauptstadt der neuen Provinz Niedergermanien

Unter Kaiser Domitian (51 - 96 n. Chr.) erhält Köln eine weitere Aufwertung. Die Kolonie wird zur Provinzhauptstadt. In Köln ist der Sitz des Statthalters der Provinz. Berühmte Statthalter waren z.B. Trajan, der in Köln die Benachrichtigung erhielt, dass er der neue Kaiser Roms sei. Kaiser zu werden war seit Kaiser Nero keine Frage des Erbrechts mehr. Immer öfter riefen die Soldaten einen "Imperator" aus bzw. ernannten den nächsten Kaiser Roms.

 

Cäsar Skulptur



Ende 1. Jh. bis 3. Jh. – Blütezeit Kölns

In diese Zeit fällt ebenso der Ausbau der Eifelwasserleitung. Die Frischwasserversorgung nach Köln wurde mit einer über 100 km langen Wasserleitung gesichert. Über 200 Jahre versorgte die Frischwasserleitung Köln mit täglich über 20 Millionen Liter Wasser. Bis heute ist unklar ab wann die Wasserleitung nicht mehr in Betrieb war. Manche Forscher glauben an eine Aufgabe im Jahr 270 n. Chr., andere wiederum sehen das Ende der Wasserleitung im Verlauf des 4. Jh.

355 n. Chr. – Zerstörung Kölns durch die Franken

Seit Mitte des 3. Jh. nahmen die Überfälle der erstarkten Franken zu. Nach 355 n. Chr. wurde Köln zwar wieder aufgebaut, aber die Tage der Römer am Rhein schienen gezählt. 100 Jahre später vertrieben die Ripuarier (Franken) die Römer für immer aus Köln. Mit Hilfe des Frankenkönigs Chlodwigs siegten die Ripuarier in einer Schlacht bei Zülpich über die Alemannen. Somit war Köln von nun an das Schicksal der Franken und späteren Karolinger gebunden.

462 n. Chr. – Ende der römischen Herrschaft in Köln

 

 

EXKURS: DIE WICHTIGSTEN RÖMISCHEN KAISER UND IHRE VERDIENSTE

Die Hohe Kaiserzeit

Nach der Errichtung der Diktatur auf Lebenszeit durch Caesar und nach seiner Ermordung (44 v. Chr.) beherrschten schwere Konflikte die politische Bühne Roms. Der Militärpotentat Octavian, Caesars Adoptivsohn, setzte sich gegen seinen Kontrahenten Marcus Antonius durch. Nachdem Octavian durch die Schlacht von Actium (31 v. Chr.) die alleinige Macht im Römischen Reich errungen hatte, ging er daran diese Alleinherrschaft mit den Regeln und Normen der res publica zu verbinden. Dies war garantiert keine leichtes Vorhaben, jedoch erreichte er das, indem er den Senat formell und die Senatoren in der Praxis an der Verwaltung des Reiches und dem Kommando über die Truppen beteiligte, sich an die Struktur des Klientelwesen hielt und sich selbst mit einer religiösen Aura umgab. Alles war in seinem neuen Namen Augustus und in seiner Bezeichnung princeps verkörpert. So konnte es zwar keinen Zweifel daran geben, dass der Staat unter der Herrschaft eines Monarchen stand. Diese Vorherrschaft war allerdings durch die Rücksicht auf die Vorstellungen der wichtigsten Gruppen im Reich (Senatsadel, Ritterstand, Heer und Soldaten, Plebejer) so geregelt, dass sie für gewöhnlich akzeptiert wurde. Für die Provinzen und die Masse der dort lebenden Untertanen, die gerade aus der ausgehenden Republik stark ausgebeutet worden waren, bot die Herrschaft der Kaiser viele Vorteile. Die Städte hatten weitgehende Autonomie und der Druck der Besteuerung war nicht mehr so hoch. Zunehmend fühlten sich auch die Untertanen der zahlreichen Provinzen als Römer.


Das System blieb über Jahrhunderte hinweg im Wesentlichen stabil, nur gelegentliche, dann aber besonders brutale Bürgerkriege (68/69 und 193-197 n. Chr.) zeigten, dass seine eigentliche Grundlage die Militärdiktatur war. Deshalb versuchten Herrscher immer wieder, dem Regime eine eigene Legalität und somit dauerhafte Akzeptanz zu verschaffen. Augustus hatte vor allem durch Adoptionen seine Nachfolge langfristig zu regeln versucht. (Julisch-claudische Kaiserhaus 14-68 n. Chr.).

Augustus (31-14)
Der augusteische Prinzipat: Augustus erreicht die Beendigung der Bürgerkriege und die Sicherung des Friedens, die Ernährung der hauptstädtischen Bevölkerung und den wirtschaftlichen Wohlstand in Italien und den Provinzen. Die Kornzufuhr nach Rom wird vor allem mit Hilfe Ägyptens befriedigend geregelt. Die Bindungen an Rom und den Prinzeps
äußern sich im Kult für Augustus. Das Heer bildet, neben einem vielfältigen System sozialer Bindungen der Herrschaftsschicht an den Prinzeps, eine zweite Grundlage seiner Macht. Eine charismatische Beziehung zwischen Heer und Prinzeps wird mit dem Vornamen „Imperator“ angestrebt. Der Prinzeps ist allein für die Veteranenversorgung verantwortlich: Sie geschieht zunächst durch Ansiedlung in Kolonien, später durch ein Entlassungsgeld. Seit Augustus ist das römische Heer ein stehendes Berufsheer. Eine besondere Schutztruppe des Prinzeps sind die Prätorianer, deren Garnisonen in Rom und den Städten der Umgebung liegen.

Tiberius (14-37)
Der Stiefsohn des Augustus. Tiberius zog sich später auf die schöne Insel Capri zurück (27), wo er auch starb. In seine Herrschaft fällt der Prozess und die Hinrichtung Jesus (30 n. Chr.).

Gaius Caligula (37-41)
Caligula (Soldatenstiefelchen ist sein Spitzname) war für seine Exzentrik bekannt. Er ernannte ein Pferd zum Konsul und sollte zu seinen Geschwistern Agrippina, Drusilla und Iulia ausschweifende sexuelle Verhältnisse gehabt haben. Seine Schwester Drusilla behandelte er zeitweise wie seine eigene Frau, sogar bei öffentlichen Anlässen.
Er wird von der Prätorianergarde ermordet.

Claudius (41-54)
Als einziger noch lebender Angehörige des julisch-claudischen Hauses wurde er unmittelbar nach der Ermordung des Gaius erheben die Prätorianer dessen Onkel, Tiberius Claudius Nero Germanicus (*10 v. Chr. in Lugdunum, †54 n. Chr.) auf den Thron. Claudius galt als leicht kauzig und manche behaupten, er wäre leicht geistig behindert gewesen. Allerdings verfasste er über 60 Bänder über die Geschichte seiner Zeit, über die Karthager und die Etrusker. Stets stand er unter großem Einfluss seiner Ehefrauen. Zunächst Messalina und später Agrippina die Jüngere.

Nero (54-68)
Nero läßt seine Mutter Agrippina, die Gründerin der CCAA ermorden (59) und zündet Rom an (64 n. Chr.). Für den Brand wurden die Christen verantwortlich gemacht und deswegen grausam bestraft. Die wachsende Opposition gegen Nero, die auch philosophisch begründet wird, gipfelt in der Pisonischen Verschwörung (65). Die Verschwörung wird entdeckt, C. Calpurnius Piso mit vielen anderen hingerichtet, der berühmte Philosoph, Dichter und Politiker Seneca zum Selbstmord gezwungen. Das Morden geht auch im folgenden Jahr weiter. Nero wird später zum Staatsfeind erklärt und tötet sich selbst. Damit ist die iulisch-claudische Dynastie erloschen.

Das Vierkaiserjahr (68-69)

Galba, Otho, Vitellus, Vespasian
Damit ist die iulisch-claudische Dynastie erloschen. In dieser Krise des Reiches, die in kurzer Folge vier Kaiser hervorbringt (Vierkaiserjahr), fällt die endgültige Entscheidung aufgrund der militärischen Macht in den Provinzen.Die Truppen Ägyptens rufen den mit dem Krieg gegen die Juden beauftragten T. Flavius Vespasianus zum Kaiser aus.

Die Flavier (69-96)

Die Flavier (69-96 n. Chr.) stützten sich auf das Prinzip der dynastischen Erbfolge. D.h. die Macht wurde von dem Vater auf den Sohn vererbt.
Die so genannten Adoptivkaiser (96-192 n. Chr.) setzten dagegen das Prinzip der Adoption, das sie mit der griechischen Staatsphilosophie entstammenden Idee der Auswahl des besten bzw. der Herrschaft des Besten verbanden. In der Tat wurde dieses „humanitäre Kaisertum“ dank fähiger Kaiser wie Trajan, Hadrian und Mark Aurel weitgehend akzeptiert.

Vespasian wird Kaiser (69-79)
Vespasian gewinnt ein gutes Verhältnis zur römischen Aristokratie. Seine Hauptleistung liegt darin, dass er die Reichsverwaltung weiter ausbaut. Titus und Domitian, die Söhne Vespasians, werden „Caesares“ und „principes iuventutis“. Einnahme und Zerstörung Jerusalems durch Titus. In seine Regierungszeit fällt der Bau des Flavischen Amphitheaters (Colosseum).
Tod Vespasians (23. Juni). Sein Sohn Titus (* 39 in Rom, † 81) setzt in jeder Beziehung die Politik seines Vaters fort.
Ein weiteres markantes Geschehen jener Zeit war im Jahr 79 n. Chr. der Ausbruch des Vesuv. Die Pompeii und Herculaneum werden zerstört.

Adoptivkaiser (96-192 n. Chr.)

Trajan (98-117)
Hadrian (117-138)
Marcus Aurelius (161-180)

Die Severer (193-235)

Septimus Severus (193-211)

Die Severer (193-235 n. Chr.) stützten sich über den Grundsatz der Erbfolge auch noch auf neue und immer populärer werdenden religiösen Vorstellungen von einem sehr mächtigen Gotts – es war Sol der Sonnengott.

Soldatenkaiser (235-284)

Nach der Ermordung des letzten Severers drohte das Römische Reich im Chaos zu versinken. Immer wieder riefen Truppen ihre Befehlshaber zu Kaisern aus. Niemand der so genannten Soldatenkaiser (von 235-284 n. Chr.) erreichte eine dauerhafte Anerkennung. Zu den Kriegen im Inneren kam die außenpolitische Bedrohung an den meisten Grenzzonen hinzu.


Im Norden gerieten germanische Stämme in Bewegung und besetzten erstmals auf Dauer Teile des Reiches. Vor allem erwuchs dem Imperium in Gestalt des reorganisierten Perserreiches unter der Dynastie der Sassaniden ein ernsthafter Gegner, der ebenfalls der Weltherrschaft anstrebte. Der römische Kaiser, Valerian, ist sogar in persischer Gefangenschaft ums Leben gekommen (260 n. Chr.).

In den 50 Jahren zwischen 235 und 285 regieren 22 Kaiser, zum Teil jeweils nur für wenige Monate. Sie werden fast durchweg von den Legionen erhoben. Das ist ein Ausdruck der Reichskrise, die im 3. Jh. alle Lebensbereiche erfasst. Die Kaiser reagieren auf die dauernde Geldnot durch Verschlechterung des Geldes. Trotz erhöhten Soldes werden Geldzahlungen an Soldaten praktisch wertlos. Die Folge ist ein Übergang zu naturalwirtschaftlichen Verhältnissen.

Decius (249-251)
Seit Decius versuchen die Kaiser, durch eine Aktivierung der alten römischen Religion die Einheit des Reiches neu zu beleben. Um die Unterstützung der Götter zu gewinnen, wird von allen Reichsbewohnern der Kult für die traditionellen Götter verlangt. Folge dieser Religionspolitik sind die ersten allgemeinen Christenverfolgungen.

Spätantike

Er im Jahre 284 n. Chr. an die Macht gekommene Offizier Diokletian versuchte, das Reich durch die Anwendung von Disziplin und Zwang auf allen Ebenen, auch durch eine systematische Christenverfolgung zu stabilisieren. Da er bei den anderen Generalen und bei den Truppen hohe Autorität genoss, hasste sein System der Tetrachie mit zwei Ober- und zwei Unterkaisern (Augusti und Caesares), eine Zeitlang Bestand. Doch bald kam es wieder zu Kriegen zwischen verschiedenen Truppenteilen und ihren Feldherrn. Einer von diesen, Konstantin, setzte sich in der Schlacht an der Milvischen Brücke (im norden Roms) 312 n. Chr. durch, nachdem er seine Truppen mit dem Symbol der christlichen Religion ausgestattet hatte.


Konstantin sah in dieser Religion offenbar eine geeignete Stütze für die Stabilisierung des Reiches und die Legitimierung seiner Herrschaft. Die Zahl der Christen nahmen schließlich immer mehr zu. Konstantin förderte immer stärker das Christentum. Allmählich setzte sich die Vorstellung durch, dass die Kaiser nach dem Willen Gottes im Reiche regierten. JE mehr sich nun die christliche Religion im Reich ausbreitete, desto intensiver wurde die Bindung der Untertanen an den Kaiser und das Reich. Es lässt sich darüber spekulieren, ob Konstantins Hinwendung zum Christentum reines politisches Kalkül zur Erhaltung seiner Macht darstellte. Hatte Konstantin den Puls der Zeit erkannt und für sich zu nutzen gewusst? Diese Frage wird wohl unbeantwortet bleiben. Zurück zu Konstantins Wirken. Konstantin hatte in seiner Regierungszeit unter anderem Teile der Maßnahmen Diokletians fortentwickelt, das Heer und die Reichsverwaltung reorganisiert. Der Druck auf die Städte des Reiches und die einzelnen Untertanen nahm erheblich zu. Durch die Gründung der Stadt Konstantinopel (vorher Byzanz) als zweites Rom gab der Kaiser auch dem Osten des Reiches ein neues Zentrum.


Im Inneren blieb die Situation relativ stabil. Doch die außenpolitischen Verhältnisse verschlechterten sich zunehmend.
Die Konkurrenz des persischen Reiches ließ sich nicht ausschalten. Vor allem wurde, wegen der immer größer werdenden Unruhe der germanischen Stämme (Völkerwanderung), der Druck auf die Nordgrenze des Reiches immer stärker. Nach einer katastrophalen Niederlage gegen die Westgoten bei Adrianopel (378 n. Chr.) musste erstmals die Ansiedlung von Germanen auf römischen Boden innerhalb des Reiches tolerieirt werden. Immer mehr Germanen gelangten in den Heeresdienst und in hohe Offiziersränge.


Nach dem Tode Kaiser Theodisus’ I., der das Christentum besonders nachhaltig unterstützt hatte (Verbot heidnischer Götterkulte 392 n. Chr.) wurde die Herrschaft im Jahre 395 n. Chr. unter seinen Söhnen Arcadius (Osten) und Honorius (Westen) geteilt. Der Westteil des Reiches brach später unter den Angriffen germanischer Stämme zusammen (476 n. Chr.). Die Germanen übernahmen vieles in der Herrschaftsorganisation von den Römern.


Im Ostteil mit der Hauptstadt Konstantinopel wurde dagegen die Tradition des Reiches bewahrt. Der Kaiser Justinian (527-565 n. Chr.) konnte sogar noch einmal versuchen, die gesamte Reichsgewalt auch im Westen, in Italien, Spanien und Afrika, zur Geltung zu bringen. Diese Restauration war natürlich nicht von Dauer. Das Römische Reich blieb auf auf den Ostteil beschränkt und wurde nunmehr griechisch. Zu sehr hatten sich über die Jahrhunderte hinweg die politischen Bedingungen, die an die Verwaltung und Organisation eines so großen Herrschaftsraumes (fast ganz Europa, die heutige Türkei und Teile Afrikas) geknüpft waren, verändert.


Diolektian (284-305)
Dieser Herrscher führte die Tetrarchie (Viererherrschaft) ein. Unter Diokletian fand eine sehr brutale und langjährige Christenverfolgung statt, die erst wieder unter Konstantin aufgehoben wurde.

Konstantin der Große [Flavius Valerius Constantinus] (324-337)
Konstantin führte die Religionsfreiheit ein. Er selbst ließ sich in Rom zum Christen taufen. Nach der Legende befreite ihn der Papst von einer schlimmen Krankheit (Aussatz). Danach konvertierte er vom Heiden- zum Christentum und stellte fortan sein Reich und sein Banner unter die Gnade des Christengottes, dem er seine Siege zuschrieb.

Text und Fotos: Christine Schauerte

Foto Rathausfiguren: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0